Der Krusty der italienischen Politik ist gegangen. Auf Druck des Volkes? Wohl kaum. Der Mann hat Korruptionsskandale, Mafia-Verbindungen und Sexaffären, selbst zu Minderjährigen, lächelnd überstanden. Er hat sich der Strafverfolgung durch die Schaffung eines auf ihn abgestimmten Immunitäts-Gesetzes, "Lodo Alfano" genannt, entziehen können (gekippt 2009). Ist Berlusconi über eine Abstimmungsniederlage betreff den Rechenschaftsbericht zum vergangenen Haushalt gestolpert? Mmh..., vielleicht. Irgendwas hat Silvio falsch gemacht. Man wird ja im Alter entweder nachsichtig und weise, oder der Altersstarrsinn zieht ein. Auf jeden Fall ist man mit 75 Lenzen und 20 Jährchen an der Titte der "Macht" nicht mehr so gut führbar, vermutlich hat ihm dies das politische Genick gebrochen. How ever, Berlusconi und Papandreou mussten gehen, und ohne Neuwahlen wurden andere Marionetten eingesetzt. Apropos ehemaliger griechischer Ministerpräsident - der Irrsinn aus der anderen Richtung. Hat dieser Grieche wirklich geglaubt, man dürfe sich gegen die Rettungspläne der EU mit einer Volksabstimmung wehren? Ging Giorgos aller Realitätsinn verlustig? Was hatte der für ein Demokratieverständnis?
Demokratie - Hi hi hi hi! Der Tagesspiegel aus Berlin merkt zu Berlusconi in erschütternder Offenheit, die man von Mainstreammedien kaum noch erwarten durfte, an:
Hätten in Italien wenigstens die gewählten Vertreter des Volkes den Premier gestürzt! Es bestanden jede Menge Gründe dafür. Allein das Wahlrecht, mit dem sich Berlusconi die größte parlamentarische Mehrheit seit 1945 geholt hatte, ist eine „Schweinerei“ – das sagt ein Minister aus seiner Koalition.
...
Das war kein Sieg für die Demokratie, es war eine Niederlage. „Die Herrschaft liegt beim Volk“, schreibt die italienische Verfassung. Aber genau dieses Volk ist beim Sturz Berlusconis nicht gefragt worden. Dass Rom zur Eröffnung der Börsen am Montag mit einer neuen, vertrauenswürdigen Regierung glänzen wollte, zeigt, wer der wahre Souverän ist: die internationalen Finanzmärkte. Keiner hat sie gewählt; sie stehen für kein Volk. Der von ihnen erzwungene Sturz Berlusconis war verfassungswidrig. Und es täusche sich keiner:

Was am Samstag mit Italien passiert ist, kann jederzeit mit allen anderen Ländern, mit jedem Staat passieren.

Quelle Tagesspiegel Onlineausgabe / 13.11.2011
Ganz erstaunlich, aber wen juckts? Das Volk braucht immer mal ein Bauernopfer, muss beschäftigt und vor allem amüsiert werden. Und weil öffentliche Hinrichtungen seit ein paar Jahren im modernen Okzident aus der Mode sind (wer kann schon sagen, ob für immer?), darum gibt es heutzutage diese dreckigen Talk- und Castingshows, in denen die Unbedarften von mehr oder weniger anderen Unbedarften vorgeführt werden. Höhepunkt ist dann alle Jubeljahre mal der Abtritt eines Clowns. Italien tanzt sich 'nen Wolf - da leistet das Volk, der Souverän jeder Demokratie, ganze Arbeit.
„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“

Henry Ford (1863-1947)



Der Film zeigt auf beeindruckende Weise die Arroganz der Mächtigen. Er wurde mit Mitteln der EU produziert - Wahnsinn!

Man sollte nicht nur auf Schwarz und Gelb rumhacken, auch Grün und Rot und was es noch so an Farben gibt, hat sich verdient gemacht. Nichts ist, wie es aussieht, nichts so, wie sie es Dir erzählen. Heute:




Hier wird übersetzt, was Politiker mit ihren wortreichen Erklärungen regelmäßig meinen.

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn,
Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nicht hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
um Brot und Stiefel seine Stimm' verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;
der Staat muß untergehn, früh oder spät,
wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

Friedrich Schiller
(* 10.11.1759 , † 09.05.1805)
Hmm... Konsequenz? Vielleicht Bildung bis Demokratie ihren Namen verdient. Traut man das dem bestehenden System zu? Kaum.



Politisches System umgestalten, Bildung und damit Demokratie erreichen. Keine Alternative.

Tja, warum sollte man überhaupt Wahlen boykottieren? Ist es denn etwa nicht nötig, dass jeder anständige Bürger seinen Beitrag zu unserer großartigen, alternativlosen Demokratie leistet? Wir sind konditioniert wie die Hunde des Iwan Petrowitsch Pawlow. Dabei sein ist alles. Manch einer schmeißt sich gar in Schale und hat ein schlechtes Gewissen, wenn er mal nicht bis zur Wahlurne gekommen ist.

Was ist das Folgende - Gründe zur Wahl zu gehen für Gehirnamputierte?



Jeder einzelne Clip ist ein Schlag ins Gesicht eines Menschen, dessen IQ nicht unter seiner Körpertemperatur angesiedelt ist. Zitat: "Du gehst shoppen, Du gehst joggen, Du gehst rocken, dann kannst Du doch auch wählen gehen." Macht soviel Sinnfreiheit nicht Gehirnkrebs? Und wer startet eine solche Kampagne: Pro7/Sat1 - Cui Bono?

Die Wahlen in der westlichen Welt verkommen. Demokratie im besten Sinne, nämlich Mitbestimmung des Volkes, ist schon längst einer Wirtschaftsdiktatur mit demokratischen Deckmäntelchen gewichen. Besonders verwerflich - die Verteufelung der Nichtwähler.
Sie sagen Dir: "Wer nicht wählt, wählt radikal."
Totaler Blödsinn. Gingen alle Leute wählen, gäbe es marginale Stimmenverschiebungen. Der Anteil von Nichtwählern in allen politischen Lagern ist annähernd gleich. Es geht nur darum, der verkommenen Politik eine Legitimation und vor allem den großen Parteien ordentlich Kohle in die Taschen zu schaufeln. Denn jede für eine Partei abgegebene, gültige Stimme bringt dieser Partei z.Zt. 70ct. und 38ct je ausgegebenen Euro erhalten sie auch noch für diese sch__ßige Wahlwerbung. Nur darum die Aufrufe, unbedingt wählen zu gehen, um kräftig das Staatssäckl zu plündern.
siehe: http://www.gesetze-im-internet.de/partg/__18.html
Sie sagen Dir: "Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern."
Unfug. NUR wer NICHT wählt, darf meckern. Wer wählt, spielt das Spiel mit. Wenn ihr/ihm etwas nicht passt, dann hat sie/er es trotzdem mit zu tragen. Das ist untrennbarer Bestandteil der Spielregeln.



Und wenn sie dann gewählt haben, Frau Schöneberger, dann meckern sie die nächsten vier Jahre auch? Oder nicht? Oder wie?
Sie sagen Dir: "Durch die Abgabe Deiner Stimme kannst Du etwas entscheiden."
Das ist eine glatte Lüge. Wenn überhaupt, dann hast Du einen Einfluss darauf, WER etwas entscheiden wird. Auf keinen Fall wirst Du an dieser Entscheidung irgendwie beteiligt. Und der Einfluss auf das "Wer entscheidet" ist auch noch denkbar gering. Es gibt in Dt. rund 62Mio Wahlberechtigte (Stand 2009). Skurilerweise ist Deine Stimme mehr Wert, je weniger Leute wählen gehen. Dumm gelaufen.
Sie sagen Dir: "Es gibt Länder, in denen die Menschen es nicht so gut haben, und wählen dürfen."
Allerdings, wenn man bedenkt was hierzulande eine Wahl Wert ist, dann ist das noch das geringste Übel, das Menschen in diesen Ländern auszuhalten haben.

Es gibt gute Gründe, plebiszitäre Elemente in einem Gemeinwesen nicht zu mächtig werden zu lassen. Bei einer Wahl genau das Gegenteil zu behaupten, zeigt die Verlogenheit dieses Systems.

Hier noch eine Aufzählung "GUTER GRÜNDE WÄHLEN ZU GEHEN" (Frankfurter Rundschau 2009):

Man muss sich wohl damit abfinden, wir leben im Zeitalter der schlichten Gemüter. Darum leben wir in der Gesellschaft, die wir verdienen. Bitter.

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